Lausitzring (D) mit BikePromotion vom 28.06.2002 bis 30.06.2002

Bericht von Nico:

Endlich war es wieder einmal soweit, dass ich mich auf die Rennstrecke begeben durfte. Nach längerem Hin und Her im Vorfeld stellte sich heraus, dass ich der Einzige aus unserem Team. Gott sei Dank hatte ich schon länger mir Roman, einem eher passiven drsmm´ler Email Kontakt, so dass er mich begleitete und ich nicht ganz alleine war :
Am Donnerstagnachmittag also Roman abgeholt, eingeladen und nichts wie ab. Wir kamen dann auch schon kurz nach 22:00 am Ring an. Erst mal die Jungs von Bike Promotion begrüßt, Boxenpartner gesucht und bei ein paar Bierchen ausgeladen.

Der nächste Morgen wurde glücklicherweise schon mal von Sonnenstrahlen eingeläutet so dass wir bester Dinge schon um 8:00 zum ersten Turn auf den Ring fuhren. Die ersten Runden fielen mir wie immer schwer, der Kurs ist alles andere als harmonisch mit saudoofen langsamen Schikanen und engen Kurven. Außerdem fällt die Strecke nach außen ab wo sie in das Oval mündet. Nicht gerade angenehm zu fahren. Und so waren meine ersten Runden um die 2:00, nicht gerade schnell…
So gegen 10:00 trudelte dann auch endlich Chris ein, der nachts mit seiner Schnecke aus München losfuhr. Auch ihm gefiel die Strecke nach den ersten Turns nicht so richtig, aber wie immer war er von Anfang an flott unterwegs. Mein Reifen, der schon einige Runden in Brno hinter sich hatte begann sich schon zu verabschieden, zog einen neuen auf.
Nachmittags war dann Zeittraining in dem ich mit ner 1:54 auf den dritten Startplatz kam - ich war nicht gerade unzufrieden. Allerdings riss mein Reifen schon wieder ganz schön auf, mit dem konnte ich keinesfalls noch das Rennen fahren. Abends lernten wir dann noch Moni mit ihrem Freund Holger kennen und tranken mit Ihnen ein paar Bier, bevor es ins Bett ging. Moni fährt nen 600er Gixxer und ist mit 2:04 ganz schön flott unterwegs. Wir vereinbarten einen kleinen Instructor-Turn für den nächsten Tag.

Samstags war´s dann schon nicht mehr so schön, der ganze Morgen war sehr wechselhaft, immer wieder Regen, es trocknete Dank dem starken Wind aber schnell wieder ab. Gerade gutes Wetter um Moni die Linie zu zeigen. Die Frau wird einmal schnell… schöne Körperhaltung, ruhiger Fahrstil, gute Grundgeschwindigkeit. Und so konnte sie sich im Laufe des Wochenendes auf eine 1:58 steigern - Hut ab!
Vor dem Sprintrennen zog ich noch einen nagelneuen Reifen (Luxus!) auf. Ich war ich wie immer supernervös und übte in der Aufwärmrunde noch ein paar Mal den Start - das ist ja nicht gerade meine Stärke. Es hat sich gelohnt, ich kam diesmal als zweiter in die erste Kurve! Vor lauter Aufregung verschaltete ich mich gleich in einer der folgenden Kurven und schon war ich vierter. Mist! Dann noch ein Verbremser und die führende Gruppe war weg. O.k. dann eben kein Podest, ich versuchte diesen Platz zu halten. Und schon wieder hörte ich hinter mir die Lärm-SP1 von Dirk Jaeckel. Es gelang ihm doch tatsächlich mich eingangs der Gegengeraden auszubeschleunigen. Ich blieb die ganze Zeit an ihm dran und als es zu einer Überrundung kam nutzte ich die Gelegenheit um gleich beide auszubremsen. Ich wusste dass ich schneller als Dirk sein konnte und ich gab alles. Und das Brummen seines V2 wurde immer leiser : - ich überquerte als vierter die Ziellinie. Nicht gerade das was ich mir vorgenommen hatte…
Chris kämpfte in seinem Rennen wie ein Löwe um den zweiten Platz, verbremste sich aber und kam als fünfter ins Ziel.
Gleich nach dem Rennen öffnete ich das erste Bier, ich dachte gar nicht mehr an das Zeittraining für den Pirelli Cup. Aber ein kleines Bier macht ja lockerer. Dachte ich. Nix war's, im Zeittraining Runde um Runde schwuchtelige hohe 1:55. "Reiß Dich zusammen!" dachte ich mir und zog noch mal richtig am Kabel - und fuhr meine persönliche Bestzeit des Wochenendes, eine 1:53,1! GEIL! Als ich die Ziellinie überquerte war allerdings schon die Ampel rot, meine Zeit wurde nicht gewertet. Thomas hatte vergessen abzuwinken *fluch* - Startplatz 14 (in meiner Klasse vierter) mit einer 1:55,8.
Den Samstagabend ließen wir dann geruhsam ausklingen und gingen schon relativ früh in die Heia.

Um meinen Reifen zu schonen fuhr ich am Sonntagmorgen nur einen Turn und dann das Rennen. Der Reifendienst hatte mir in den Hinterreifen fast 2,3 bar geblasen und man höre und staune - er riß nicht mehr auf und hatte dennoch traumhaften Grip!
Der Start im Rennen war diesmal nicht so toll. Ganz gut weggekommen, aber in der ersten Kurve ging es mir zu eng zu und ich steckte zurück. Drei meiner Widersacher überholten mich. Eingangs und ausgangs der Gegengeraden purzelten dann auch schon die ersten in die Wiese und schlidderten über den Asphalt. Gott sei Dank war ich da nicht dabei. Eine halbe Runde später stand ich kurz vor der Resignation. Mein Ziel - ein Podestplatz - schien unerreichbar. Also überlegte ich einfach gemütlich das Rennen zu Ende zu fahren. Doch dann packte mich erneut der Ehrgeiz. Runde um Runde wurde ich schneller, fuhr konstante 54er Zeiten und überholten Einen nach dem Anderen. Bis erneut auf Dirk auflief. Ihn konnte ich dann abermals ausbremsen und abhängen. Bereits nach einer Runde war nichts mehr von ihm zu sehen, ich steigerte meine Rundenzeiten auf 53er Zeiten. Kurz vor der Schikane Eingang Start-Ziel sprang dann meine Kette runter. Es waren schon fast 20 Minuten vergangen und ich wusste, dass ich ziemlich vorne lag. Aber jetzt war es aus. Frustriert rollte ich in die Boxengasse. Ich ging sofort zu Thomas und fragte ihn auf welche Position ich in meiner Klasse lag. Seine Antwort deprimierte mich noch mehr - ich führte! Das erste Mal dass ich in Führung lag und dann so was. Dirk hatte bereits ca. 10 Sekunden Abstand, ich hätte das locker nach Hause gefahren!
Als das Rennen vorbei war zog ich die Kette wieder auf, doch bereits nach einer Runde riss sie dann endgültig. Roman steigerte sich in den letzten Turns noch auf 1:59 was auch nicht von schlechten Eltern ist. Wir packten dann zusammen und traten die Heimreise an.

Fazit: Wieder mal ein schönes Wochenende, meine Leistungen steigern sich glücklicherweise immer noch, Bike Promotion sorgte wieder für gute Orga, der Lausitzring ist gar nicht so übel wenn mal sich mal dran gewöhnt hat. Und vor allem: es gibt wirklich einen Haufen netter Leute bei Bike Promotion, die meisten stehen mit Rat und Tat beiseite, und es gibt ausser Corina tatsächlich Frauen, die schnell, intelligent und hübsch sind, gell Frau Doktor :