Oschersleben (D) mit ProSpeed vom 04.08.2001 bis 05.08.2001

Nico schreib am 07.08.2001 in de.rec.motorsport.motorrad:

Aloa,

nach dem verkorksten Wochenende von Chris haben wir auch ein paar schlechte Nachrichten... Doch eins nach dem anderen. Am Freitag mittag fuhren wir (Reidi und ich) gegen 13:00 in Stuttgart Richtung Oschersleben ab - mit völlig unrealistischen Fahrzeitvorstellungen wie sich zeigte. Acht Stunden später trafen wir endlich in der gemeinsamen Box die RISC-Mannen und tranken noch ein paar Bierchen. Das Wetter war nicht der Renner, aber bei so viel Pech das wir
dieses Jahr hatten musste es einfach schön werden. Also sind wir zuversichtlich ins Bett gegangen. Um 4:40 Uhr (!!!) wurden wir dann wach gelärmt, weil einige wohlhabende Porsche-, Ferrari- und Wasweissichwas-Fahrer die Rennstrecke ein paar (Morgen-)Stunden gemietet hatten. Dafür durften wir aber auch schon ab 8:00 auf die Strecke und ohne Mittagspause bis abends 18:00 Uhr fahren. Wir entschlossen uns, dass Reidi das Sprintrennen mit dem Gixxer fährt und ich mit der FZR. Folglich fuhr ich den ganzen Tag nur mit der kleinen Gelben (Gott habe sie seelig) und schon im zweiten Turn stand eine 1:43 auf dem Laptimer, womit ich sehr zufrieden war. Reidi schaffte eine 1:42 auf dem Gixxer, was ihm im Qualifying einen schönen fünften Startplatz verschaffte. Mein Zeittraining verlief leider beschissen, ich hatte keine freie Runde, fuhr nur Mist zusammen - eine 1:46 und einen Platz unter 'ferner liefen'.
Da es nachmittags aber eh regnete und wir zu faul waren Regenreifen auszuziehen spielte es eh keine Rolle, wir überliessen die vorderen Plätze unseren Boxenkameraden ;-)
Am nächsten Morgen war das Wetter wieder besser, Reidi und ich tauschten die Moppeds. Der Gixxer fühlte sich wie immer hervorragend an und nach wenigen Runden brannte ich eine 1:42 auf den Ring, Reidi fuhr mit der FZR nur unwesentlich langsamer!

Das Qualifying für das Long Distance Rennen (22 Runden) lief bei mir schon wieder bescheiden, ich verlor meinen Knieschleifer und musste die ganze Zeit darauf achten mein schönes Schabenleder nicht zu zerschleifen.
Ergo: wieder nix, mit 1:44 auf Platz 19. Reidi bekam im engen 600er Feld Platz 22 im Starterfeld. Aufgrund der Zeiten meiner Kokurrenten wusste ich, dass ich in die Top Ten fahren konnte. Also gab ich beim Start mein Bestes und kam mal wieder gut weg. In den ersten zwei Runden kämpfte ich damit einen Instruktor von ProSpeed auf seiner Duc zu überholen - was schliesslich auch gelang. Die Nächsten schnupfte ich ohne Probleme auf. In der siebten oder achten Runde fuhr mein nächstes Opfer - ein Kwak Fahrer - vor mir, der sich komischerweise nicht überholen lassen wollte. Er sträubte sich gar fürchterlich und ein drei Runden langer Kampf mit mehreren Überholmanövern entbrannte. Das Rennen war einfach super, ich wusste ich könnte noch einige Plätze gut machen. Als ich die Kwak dann endlich abshütteln konnte und auf die nächste 5er Gruppe auflief, ging in der Kehre einfach der Motor aus! Das Aus, an 12ter Stelle liegend.
Wie sie herausstellte hatte sich der Kill-Schalter der Suzl, der im Falle eines Sturzes den Motor abstellt aus seiner Halterung gelöst und den Motor abgestellt. Meine beste Rennrunde fuhr ich mit 1:41,3.
Als ich mit dem Lumpensammler zurückkehrte sah es in der Box aus wie in einem Ameisenhaufen. Alle zogen Regenreifen auf und hebelten mit Reidis Spezialbierbank die Reifen runter. Ein paar Minuten später fing es auch schon an zu regnen, doch als alle fertig waren kam die Sonne heraus und es wurde mitgeteilt, dass das Rennen um eine Stunde verschoben wird. Was tun? Jeder Fahrer beschloss die Regenreifen drauf zu lassen, da auch schon wieder dunkle Wolken heranzogen. Vor dem Rennen regnete es dann auch noch mal kurz, so dass die Strecke feucht war. Fast ein Drittel der angemeldeten Fahrer gingen nicht an den Start, so dass alle ein paar Plätze nach vorne rutschten. Reidis Start klappte ganz gut.

Das darauffolgende Rennen war einfach unglaublich. Reidi kämpfte sich Platz um Platz nach vorne, die Strecke wurde immer trockener und irgendwann war er auf einen phantastischen zweiten Platz. Mittlerweile konnten die Slick- und Strassenbereiften jedoch ihren Vorteil ausspielen, so dass Reidi auf den siebten Platz zurückfiel. Dank meiner Regentänze öffneten sich die Himmelsschleusen dann wieder und Reidi begann seine Aufholjagd erneut bis er schliesslich führte. In der letzten Runde wollte sich unser Boxenkollege an ihm auf der Gegengerade vorbeibremsen als Reidi das Vorderrad überbremste und abflog. Er zog sich nur ein paar Schürfungen zu, eine Reparatur am Mopped wird
sich aber wohl nicht mehr lohnen.
Trotzdem wurde Reidi als 9ter gewertet und bekam ein Pokälchen. Christoph aus unserer Box gewann das Rennen - als relativer Newbie eine wirklich erstaunliche Leistung!