Oschersleben (D) mit bike promotion vom 04.10.2002 bis 06.10.2002

Chris schrieb in de.rec.sport.motorsport.motorrad:

Titel: Die Odysee der Herren Nicola S. und Christian S.

Aber nun von Vorne. Wegen des Nationalfeiertages am Donnerstag den 03.10. hatten wir alle Zeit der Welt Chris` alten Bus einzuladen, aber auch keine Möglichkeit Nahrung zu besorgen. Warum wir das “alt” so betonen? Lest weiter… Also am besagten Feierabend machten sich Nico S. und Chris S. auf nach Oschersleben, um die teils bekannte teils unbekannte Konkurrenz ordentlich herzubrennen. Die Fahrt war eigentlich unspektakulär, bis auf diese komischen Geräusche aus den Tiefen des Ducato Getriebes. Also nach reichlich Rast sind wir gegen neun in Oschersleben angekommen. Wie immer kurz Micha und Thomas von Bike-Promotion begrüßt und unsere Box bezogen. Nach ein paar Bieren und Benzingesprächen ging es dann ins “Bett”.
Trotz der schlechten Wetterprognosen waren wir aber recht optimistisch was die Bedingungen anbelangte. Unsere Stoßgebete wurden erhört. Den ersten Turn der 3 Gruppen a 20 Minuten ließen wir aus. War eh noch recht kalt. Das erst mal begaben wir uns gegen zehn auf die Strecke begeben. Herr Chris S. musst erstmal seine vor kurzem in Brünn zerlegt und neu aufgebaute R1 testen. Fazit: Naja, läuft nicht 100% geradeaus, aber passt schon. Die ersten Runden der beiden Herren waren mittelschnelle 1.40er mit ersichtlichem Potential. Wir waren an dem Tag recht häufig draußen. Im Zeittraining für die am Samstag stattfindenden Sprintrennen konnte Herr Nico S. mit einer Zeit von 1.40.7 den fünften Platz der Klasse 3 belegen. Herr Chris S. kam mit einer Zeit von 1.38.9 auf den zweiten Platz in Klasse vier. Nach den Zeittrainings war dann auch genug und wir gingen zum gemütlichen Teil über. Also erstmal ein Bierchen aufgemacht. Später noch in die City ne Kleinigkeit gegessen und zurück zur Rennstrecke Benzingespräche führen. Gegen elf Uhr machten sich die Herren N. und C. Richtung Fahrerlagerausgang auf. Warum? Tja, da stand ca. 500 Meter weiter ein altes Zirkuszelt, dass wohl zu einer Disco umfunktioniert wurde. Und da aus diesem Zelt recht annehmliche Musik dröhnte, erforschten die oben genannten Personen N. und C. das Terrain. Wie sich herausstellte, wurde dort Techno vom Feinsten gespielt. Also ganz nach unserem Geschmack. Nach einigen Getränken quer durch die Getränkekarte wurde die eh schon gute Stimmung immer besser. Gut, wir haben den Altersdurchschnitt wahrscheinlich um die Hälfte angehoben, aber das war uns egal. Die Energie, die wir nicht auf der Rennstrecke verbraucht haben, haben wir durch jede Menge gezappel auf der Tanzfläche verbraten. Mit dickem Kopf und schweren Füßen machten wir uns dann doch recht früh (es war vier Uhr früh *lol*) auf um zu schlafen.
Nachts regnete es wieder, also war es nicht so tragisch, dass wir die ersten beiden Turns verschliefen. Dafür nahmen wir uns für die weiteren Turns eine deutliche Zeitensteigerung vor. Herr N. erreichte eine 1.39.2, Herr C. eine 1.38.2. Am frühen Nachmittag standen dann die Rennen der vier Klassen auf dem Programm. Zuerst Klasse 1 und 2 und dann die Klasse 3 bis 750ccm. Beide Herbrenner zogen sich neue Metzeler Rennsport bzw. Pirelli Supercorsas auf. Herr C. hatte erstmals 190er montiert und war begeistert. Aber zuerst zur Klasse 3. Der Start von Nico war durchwachsen, kam aber trotzdem als Fünfter aus der ersten Kurve und auch Runde. Nach hartem Fight lag er dicht hinter Vinzenz Müller gegen Ende des Rennens auf Platz Vier. Da aber Nico leider nicht beachtete wieviel Runden noch zu fahren waren, hat er verpasst ihn noch anzugreifen und fuhr somit zufrieden als Vierter über die Ziellinie. Das persönliche Ziel von 1.37er Zeiten wurde mehrfach erreicht. Als Bestzeit stand eine 1.37.7 zu buche. Dann war Chris in Klasse 4 drann. Durch einen perfekten Start übernahm er sofort die Führung und konnte diese zwei Runden lang halten. Auf Start Ziel ging dann ein Kilogixxer Fahrer an ihm vorbei, den er auch nicht halten konnte. Der Zweite Platz konnte aber durch konstante 1.36er Runden mit Abstand gehalten werden. Die Bestzeit im Rennen war eine 1.36.3. Kurz nach dem Klasse 4 Rennen begann es dann zu regnen und die Herren N. und C. beschlossen, dass Zeittraining des für Sonntag angesetzten Pirelli Cups nicht zu bestreiten und am nächsten Tag von Hinten zu starten. Am Abend wurden dann die Pokale mit Stolz entgegen genommen. Ansonsten war es ein ereignisloser Abend mit dem üblichen Gelabere.
Sonntag spielte Petrus leider nicht mit. Es regnete die ganze Zeit. Nico beschloß nicht mehr zu fahren, da er keine Regenreifen mit hatte. Chris montierte seine Regenpneus. Gegen elf ging er dann in den Nieselregen. Schnell sprach der Laptimer annehmliche 2.01er Zeiten. Vor dem Rennen wollte C. noch mal raus. Die erste Runde hätte wohl gleich ein neuer Rundenrekord im Regen werden sollen, aber es wurde eher ein neuer Rekord im R1 Weitwurf. Ende Start Ziel wurde ein sehr optimistischer Bremspunkt gewählt. Das Vorderrad klappte schlagartig weg. Wer Oschersleben kennt, es war ungefähr unter der Brücke. Nach etlichen Metern auf dem Bauch ging es ab ins Kiesbett, hinter dem Moped her. Das Moped überschlug sich mal wieder und die gerade erst vor ein paar Tagen neu aufgebaute R1 zersetze sich wieder im Kies. Chris ist aber nichts passiert. Mit krummen Rahmen, abgerissenem Lenker, zerdelltem Tank und zerfetzter Verkleidung luden wir die Mopeds ein. Nach einer Abschiedsrunde machten wir uns gegen halb drei auf den Heimweg. Und jetzt ging die Odysee los. Kurz vor der Autobahn getankt und gegessen, Die Geräusche aus dem Fiat Getriebe wurden immer demotivierender. Vor Göttingen kamen wir dann in einen 40 Kilometer langen Stau. Davon nahmen wir aber nur 15 km mit, da mittlerweile das Getriebe den Dienst quittierte. Um nicht im Stau abgeschleppt zu werden fuhren wir in Göppingen ab und riefen den ADAC. Nach einigen Telefonaten wurde der Bus abgeschleppt und wir erhielten einen Mietwagen von Europcar. Chris´ ADAC Plus Mitgliedschaft sei Dank. Drei Stunden später ging es dann nach einigem Papierkram wieder los. Der Verkehrsfunk frohlockte immer noch mit 40 Kilometer Stau. Aber bis wir dorthin kamen verging wieder eine gute Stunde, da ein bis dato Unbekannter Herr mitten in Göppingen meinte, den Herren Nico S. und Chris C. hinten auf den gerade erhaltenen Renault Laguna zu krachen. Die herbeigerufene Polizei klärte den bösen Anbumser über die Verkehrsregeln auf und so begaben sich beide mit zerdelltem Auto und ordentlich Kopf- und Nackenschmerzen wieder in den Stau. Dank des vorhandenen Navigationssystems konnten einige Behinderungen umfahren werden, so daß wir um 2 Uhr früh in Kirchheim ankamen.

Trotz des verkorksten Sonntags, war es ein geiles Wochenende. Oschersleben ist eine fordernde Rennstrecke und auch die Organisation war wieder prächtig.

Gruß

Nico und Chris