Rijeka (HR) mit Rehm Race Days vom 06.10.2000 bis 08.10.2000

Nico schrieb in de.rec.sport.motorsport.motorrad:

Aloa werte Andrücker,
am Donnerstag abend war es endlich wieder soweit: Reidi und ich konnten endlich wieder unserer Wollust freien Lauf lassen und zum Ringisieren gehen. Das Schicksal wollte uns noch einige Steine in den Weg legen (Reifen mit aufgeschlitzter Reifenflanke am Sprinter, Schwierigkeiten bei Boxreservierung, Vollsperrung der A8) doch unser Wille war eisern und wir trotzten allen Gefahren! Um 18:00 Uhr losgedieselt kamen wir letzten Endes um 02.30 Uhr in Rijeka an. Sprinter entladen (in die superkomfortablen Durchzugsboxen), ein paar Dosen-KöPis und dank Heizlüfter eine wonnig warme Nacht durchschlafen.


Reidi durchbricht die Schallmauer
Freitag traumhaftes Wetter. Den ganzen Tag ordentlich angedrückt und für uns zufriedenstellende Zeiten rausgefahren. Reidi auf R1 1:45 und ich auf der FZR 1:46. Das waren auch die Zeiten, mit denen wir uns für das freie Rennen qualifizierten. Eigentlich dachten wir, wir wären damit im ersten Drittel des Feldes anzufinden, doch weit gefehlt. Obwohl wir die meisten die uns auf der Strecke begegneten gar fürchterlich herbrannten, hatten sich doch noch sehr viele schnelle versteckt und somit belegten wir die Startplätze 27 (Reidi, R1) und 29 (ich, FZR 600). Wie es sich für echte Andrücker gehört haben wir zum Feierabend dann noch ordentlich bierisiert. Naja, aber nur bis 20:00 Uhr, dann waren wir K.O. und sind in die Koje gehüpft (hör ich da jemanden lachen???). Nachts wurde ich dann wach, weil es sich anfühlte, als ob der Sprinter zu einem Boot mutiert wäre. Ein wahnsinniger Wind und Regen kamen auf und dauerten (fast) den ganzen Samstag an.


Nico übt mal wieder
Wir entschlossen uns als alte Regenschwuchtel nicht im Nassen und vor allem nicht bei diesem irren Wind zu fahren (wie übrigens 95% der übrigen Fahrer). Am Nachmittag gaben wir die Hoffnung auf und wandten uns wieder dem Bierisieren zu. Doch kaum war das erste Bier weg, trocknete die Strecke ab. Also nix wie rauf aufs Mopped und noch ein bisschen fürs Rennen trainieren. Das freie Rennen war mit 18 Runden angesetzt, wurde aber wegen einem heftigen Sturz mit Rennabbruch auf 14 Runden gekürzt. So hatte ich die Gelegenheit meinen ersten schlechten Start zu wiederholen. Und das tat ich dann auch. Erneut ein schlechter Start, da die Rennkupplung nur digital funktioniert. Ich muss das mal üben...


Nico am Start
Im Rennen vernagte ich jedenfalls auf Anhieb eine ganze Reihe und blieb hinter einer 3er Gruppe hängen, an der Reidi besser vorbeikam als ich. Als ich endlich den ersten der Gruppe überholt hatte, rutschte ich mitsamt des verdammten Sitzkissens fast vom Bock. Das Kissen konnte ich gerade noch halten und drückte es einigermassen wieder hin. Das kostete mich ca. 6 Sekunden und ein paar Plätze. Ich kämpfte mich wieder etwas vor, als ich in der vorletzten Runde fast wieder vom Bock gefallen wäre. Zuviel für mich, ich gab auf und landete dennoch auf Platz 25. Im Rennen fuhr ich übrigens meine beste Zeit von 1:45,9 laut offizieller Zeitnahme. Mein Laptimer zeigte für genau diese Runde eine 1:44,2 an, was stimmt nun? Naja, im Zweifelsfalls funktioniert die Magnetmethode besser als I/R, also wird meine beste Zeit wohl die 1:45 sein. Reidi kam auf einen respekatblen 15. Platz und fuhr dabei eine 1:43 (!!!).
Ende Samstag, bierisieren, ca. 22:00 Uhr Koje (wer lacht da schon wieder???). Nachts Sturm.


Gedopt!
Sonntag regnete es schon ab 9:00 Uhr nicht mehr und wir konnten die Rennen fahren. Da wir am Qualifying am Sa. nicht teilnahmen starteten wir in der Reihenfolge in der die Anmeldungen eingingen. Reidi hatte Glück und startete von 10, ich von 14. Reidi fuhr über 750 und landete auf Platz 7. Ich fuhr in bis 600. Ich hatte wieder einen schlechten Start, konnte aber in der ersten Kurve wieder ein paar meiner Kontrahenten ausbremsen. Nach der ersten Kurve flogen mir dann ein paar Teile um die Ohren (ich hatte echt Glück), so dass ich dachte einem Vorausfahrenden wäre der Motor geplatzt. Also langsam wegen Öl und so. Aber nichts. Also weiter - Gaaas. Nach der ersten Runde Ende Start Ziel ein heftigerer Unfall. Scheinbar wurde einem der Bremshebel abgefahren und ungebremst fährt sich die erste Kurve wohl nicht so doll. Nico aber eisern - wie man ihn kennt - weitergefahren. Alles in Sichtweite überholt. Nur ein Italiener auf einer GooF zeigte sich als hartnäckiger als erwartet. Nach einem längeren Duell glaubte ich ihn abgehängt zu haben. Anfangs der letzten Runde drehte ich mich noch mal um - nix zu sehen. Ok, langsam angehen, gemütlich ins Ziel fahren. In der letzten Kehre bremst mich doch der Sack noch mal aus und überholt mich - shit! Ich versuche ihn noch mal innen in der Kurve vor S/Z zu kriegen, aber leider zu spät. Das passiert mir nicht noch mal! Und zu guter Letzt wollte ich dann nachmittags noch ein wenig meine miserable Rundenzeit mit der R1 (1:50) verbessern und fuhr gemeinsam mit Reidi raus (er auf der FZR). So fuhren wir dann 11 Runden bis ich tanken musste. Ich verbesserte meine Zeit auf 1:47. Ich fühlte mich auch immer sicherer auf dem Ding und ging nach dem Tanken noch mal alleine raus. Ausfahrt Boxengasse - Vollgas! Die Reifen sind ja noch warm. Die Kehre - jetzt mal etwas flotter, die FZR hält ja schließlich auch.


Zu arg angedrückt

Das war ein kleiner Gedankenfehler und schwupps rutschte die gute R1 über beide Räder Richtung Pampa und Nico auf dem Arsch hinterher. Die Schäden hat Hoss ja schon beschrieben. Für mich das Ende des Rennwochenendes. Reidi wollte meinen FZR Rekord noch brechen, was ihm nach etlichen mühevollen Runden auch gelang (1:44,5).






Fazit:
- Rijeka ist wohl die geilste Rennstrecke die ich kenne
- Die R1 liegt nicht so doll
- Wir sind mit unseren Zeiten voll zufrieden (das erste Mal in Rijeka)
- Durchzugsboxen sind scheisse und scheisseteuer
- Rehm ist eigentlich ein ganz guter Veranstalter
- 1:35 ist in Rijeka verdammt schnell (schnellste Zeit am Wochenende)
- Reidi darf wieder lackieren
- Sveze hätte doch mitgehen sollen