Valencia (E) mit Jura Racing vom 02.01.2003 bis 05.01.2003

Bericht von Reidi und Nico (den Beginn macht Reidi):

Silvester noch, zusammen mit Nico und ein paar Bekannten, zu Hause verbracht. Um 01:45 hat dann meine Frau gesagt bevor wir hier noch laenger wie auf Nadeln sitzen und staendig auf die Uhr schauen sollen wir halt losfahren. Also ab nach Pforzheim und Matthias eingeladen. In Pforzheim dann gestartet gegen 0400. Ausser einem schweren Unfall und damit verbundener Vollsperrung keine nennenswerten Zwischenfaelle bei der Anreise. In Valencia angekommen um 17:30, Bier getrunken, ausgeladen, Bier getrunken, ……….. Bett. Boxensharing machten wir uebrigens mit zwei furchtbaren Schwuchteln. Andi Hofmann vom Boxercup und ein Italiener der sein Team und zwei geile VTR 1000 SP2 dabei hatte. ;-) Andi fuhr 1.48, der Italiener 1.37. Vielleicht sollte man erwähnen, dass der Italiener (Tortorix oder so) amtierender Europameister ist und diese Saison in der SBK WM teilnimmt.

Die piega-Mannen beim Mittagsschlaf
02. Januar 2003 sonnig, windig, um 18 Grad
Morgens zaertlich um 0830 von Matthias geweckt worden, Reifenwaermer druf, angezogen und los. Ein echt geiler Kurs mit, fuer meine Verhaeltnisse, schwierig zu fahrenden Kurven. Nac
h erstem rumschwuchteln bin ich dann 1.56er Zeiten gefahren, Nico 1.55. Ach ja, Matthias hatte bis dato noch gar keinen Satrtplatz. Dann um kurz vor 1200 ein heftiger Abflug welcher eine Streckensperrung Von ca. 2 Std. nach sich zog weil keine Sanis mehr da waren. Ein Fahrer hatte wohl eine kleine Panne welche er am Anfang von Start/Ziel bemerkte. Er wollte dann kurz vor der Boxenmauer noch schnell in die Box fahren. Solche Leute gehoeren fuer immer von den Rennstrecken verbannt. Ein von hinten kommender wollte rechts vorbei und hat das natuerlich nicht mehr erkannt. Sein Motorrad schlidderte gut ueber ein drittel der S/Z und er prallte genau an den Anfang der Boxenmauer. Soweit wir wissen ein Arm und ein Bein gebrochen und eine Kopfverletzung. Im Krankenhaus wurde er in ein kuenstliches Koma gelegt. Danach haben wir noch ein bisserl hergebrannt und sind leider auch hergebrannt worden. :-( Matthias hatte mittags dann auch eine Startgenehmigung. Zeiten so um die 1.52. Am abend unterbrachen dann mein Onkel und meine Tante ihre Spanienrundreise und kamen auf eine Nacht vorbei. Dann wurde in deren Bumscontainer ein Kilo Spagetti, gewuerzt mit spanischem Knoblauchsalz, verzehrt. *lecker*

03. Januar 2003 sonnig, um 22 Grad
Matthias ist morgens einen dreiviertelstunden Turn gefahren. Resultat 1.50,6. Nico und ich haben unsere Zeiten ebenfalls verbessern koennen. Nico 1.51,2, Ich 1.52,4. Mittags beim Zeittraining ist Nico dann 1.50,8 und ich 1.51,6 gefahren. Daraus resultierten die Startplätze 7 und 11. Nicht berühmt, aber die Strecke war neu und bei Jura fahren ja bekanmtermassen auch keine Nasenbohrer. Abends haben wir dann noch ein paar gemütliche Runden gefahren, jedoch ohne unsere Zeiten nennenswert zu verbessern.

Ab jetzt übernimmt Nico die Tastatur: Dritter Tag - und Renntag. Morgens noch einige Stunden freies Fahren. Ich hatte einen Pirelli Slick aufgezogen, der schon zwei Tage in Brno gute Dienste leistete. Aus Brno war er rechts schon stark beansprucht, aber da Valencia den Reifen stark links beansprucht passte das wunderbar. Übrigens hatten fast alle Fahrer das Problem, dass ihre Reifen schnell aufrissen. Und das unabhängig von der Reifenmarke. Deswegen verpassten wir uns alle drei einen funkelnagelneuen Satz Pirellis zum Rennen. Wir hatten ja etwas vor: Horst Graef stand vor uns, und den wollten wir herbrennen.
Technischer Check vor dem Start... :-)
Mein Start war leider verheerend. Ich verlor direkt einige Plätze konnte diese aber durch beherztes Ausbremsen nach 2 Runden wieder gut machen. Im Gegensatz zu Reidi. Er schoss vom Start weg wie eine Kanonenkugel und tummelte sich mit Horst Graef in der Führungsgruppe. Da wollte ich natürlich auch mitspielen und ging es deshalb wohl einen Tick zu agressiv an. Am Ende der Gegengerade wollte ich meinen Vordermann ausbremsen, der machte aber schon zu und so fuhr ich in sein Heck. Er machte glücklicherweise wieder auf und ich musste ein Stück geradeaus fahren, konnte aber weiterfahren. Dieses Spitzenmanöver kostete mich wieder einige Plätze. Ich lag ungefähr auf Platz 9 und Reidi mittlerweile auf Platz 3. MIST! Ich wollte aber nicht aufgeben und griff wieder an. Wieder schnappte ich einen Vordermann nach dem anderen bis ich endlich in Runde 5 direkt hinter Reidi war. Und prompt stürzte der führende Ducati-Fahrer, so dass Reidi auf 2 und ich auf 3 waren. Wir drei konnten uns absetzen und schnell kamen die ersten Überrundeten, die mir hoffentlich Gelegenheit zum Überholen geben würden. Das klappte aber diesmal nicht. Ich bremste mich zwar ein paarmal neben Reidi, vorbei reichte es aber nicht und ich wollte nicht nochmals eine Kollision riskieren. Reidi wäre auch um ein Haar an Horst vorbeigekommen. Wir liefen in unveränderten Positionen ins Ziel ein. Reidi 0,4 Sekunden hinter Horst, ich 0,2 Sekunden hinter Reidi. Ich freute mich tierisch doch noch auf dem Podest zu stehen und noch fast mehr über Reidis Comeback nach seiner verkorksten letzten Saison. Als kleines Schmankerl durfte ich aber mit 1:47,9 die schnellste Rennrunde auf meinem Konto verbuchen, Reidi die zweitschnellste mit 1:48,4 und Horst 1:48,9.
Die beiden Erfolgs-Gixxer
Nach dem Rennen outete Horst sich als klassischer Verfechter der Rundenzeitenlüge ("wenn ihr mich überholt hättet hätte ich noch nen Zahn zulegen können" - "ich hatte ja auch alte Reifen aufgezogen" - "ne 1:46 wäre locker drin gewesen"). Wieso eigentlich? Gewonnen ist gewonnen und das war eine gute Leistung. Standesgemäß bekam er an der Siegerehrung eine Sektdusche.
Matthias startete in zwei Rennen: in der Klasse 4 startete er von hinten, da Franz ihn als Lizenzler ursprünglich nur in der offenen fahren lassen wollte. In der offenen hatte man mit 1:44 nur Startplatz 10 (!) und Matthias was darüber nicht sehr glücklich. Der letzte Platz in Klasse 4 bedeutete 35 er schaffte als 14-ter den Zieleinlauf. Hammerhart meiner Ansicht nach! Erwartungsgemäß war er in der offenen Klasse nicht so erfolgreich: von Platz 27 konnte er sich "nur" auf Platz 22 vorarbeiten. Aber kein Wunder bei den ganzen Lizenzlern die hier ihr Wintertraining absolvierten.
Am vierten und letzten Tag war das 4 Stunden Rennen auf dem Programm. Reidi und ich entschieden uns aus Kostengründen nicht teilzunehmen. War auch besser so, da es nach knapp einer Stunde abgebrochen wurde weil die Zeitnahme ausfiel.

Und so verliessen wir schon um drei den wunderschönen Kurs im sonnigen Spanien, den wir hoffentlich nicht das letzte Mal besucht haben. Das Wetter war allen Unkenrufen zu Trotz spitze und auch die lange Anfahrt kann uns nicht von einer Wiederholungstat abhalten.


Saison 2003 wir kommen!